Nervenkitzel pur!

Vergangenen Sonntag mussten die BTV-Damen früh aus dem Bett, denn der Sprungball war bereits um 10.00 Uhr. Physisch waren die Wuppertalerinnen zu diesem Zeitpunkt präsent - mental doch eher noch unter der Bettdecke. So verschliefen sie leider komplett den Start in das Duell um einen direkten Tabellenplatz, denn Iserlohn kam mit drei Niederlagen auf dem Konto ins Tal (BTV bisher zwei). Binnen von sechs Minuten stand es 0:6 gegen die Gastgeber. Erst eine Auszeit und die Umstellung der Verteidigung ließ einen Ruck durch die Mannschaft gehen, die bis zur ersten kleinen Pause auf 7:10 verkürzte. In der zwölften Minute übernahmen die Ladies dann erstmals die Führung (11:10), gaben sie sodann durch einen 2:8-Lauf aber wieder ab. Erst ein 6:0-Run kurz vor der Halbzeit brachte die BTVlerinnen wieder in eine bessere Position (19:18).

"Im Prinzip lief das Spiel gut für uns. In der Verteidigung konnten wir die Gäste aus Iserlohn hervorragend kontrollieren. Lediglich 18 Zähler in den ersten 20 Minuten zuzulassen, ist richtig gut! Aber wir machten eben auch selber nur 19 und das lag ferner liefen daran, dass die Kangaroos so bärenstark verteidigt haben, sondern schlicht und ergreifend daran, dass wir praktisch keinen Wurf von außen setzten, obwohl das unsere absolute Stärke ist", kommentiert Fohlmeister.

Sodann wurde der Fokus in der zweiten Hälfte noch mehr auf die Verteidigung gesetzt. Durch Steals musste sich die Mannschaft einfache Fastbreak-Punkte stibitzen. Die Ladies setzen dies auch teilweise genial um und konnten damit das Punktekonto füttern. Leider stellten sich im letzten Abschnitt die Gäste über ihre großen Spielerinnen besser auf die Verteidigung ein. In der 36. Minute übernahmen sie erstmals wieder die Führung. Barmen konterte zwar sofort wieder (40:38), doch kurz vor Schluss versenkten die Iserlohnerinnen einen Feldkorb und einen Freiwurf (40:41). Neun Sekunden vor Abpfiff eroberten die BTV-Ladies den Ball. Man wollte nur noch schnell nach vorne und konnte lediglich regelwidrig gestoppt werden. Aufgrund von Mannschaftsfouls auf Seiten Iserlohns ging es für Julia Heinrichs an die Linie, die Nerven bewies und beide Freiwürfe souverän versenkte, sodass nun Barmen mit 41:42 vorne lag. Die Gäste nahmen eine Auszeit, um den Einwurf im Vorfeld zu haben, doch Wuppertal wollte den Sieg nun nicht mehr hergeben. Es wurden die letzten acht Sekunden ausgesprochen diszipliniert verteidigt und als die Schlusssirene ertönte, konnten sich die Ladies glücklich in die Arme fallen!

"Was für ein Spiel! So kann man es wohl zusammenfassen! Zwei Aspekte fand ich heute besonders wichtig: Zum einen haben sich unsere Ladies bis zum Schluss nicht aufgegeben, obwohl es in der letzten Minute doch zappenduster ausgesehen hat. Zum anderen haben sie unter Beweis gestellt, dass, wenn es wirklich mal nicht in der Offense läuft, sie dennoch über die Defense gewinnen können. Wie heißt es so schön... 'Offense wins games but defense wins Championships!' Damit sind unsere Damen um zwei sehr wertvolle Erfahungen reicher! In der nächsten Woche geht es nun ins Lokalderby in heimischer Halle. Hier hat die Mannschaft aus der vergangegen Saison noch etwas wettzumachen (2-Punktniederlage nach 39 Minuten durchgängiger Führung)," so Fohlmeister und läd damit herzlich zu einem mit Sicherheit spannenden Duell ein.

Iserlohn